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Diabetes mellitus: Welche Rolle spielen die Gene?



Sowohl genetische Veranlagung als auch äußere Faktoren zählen zu den Auslösern von Diabetes mellitus. Eine viel größere Rolle als bei Diabetes mellitus Typ 1 spielt die Vererbung bei Diabetes mellitus Typ 2.

Diabetes Typ 1: Erkrankungsrisiko durch Vererbung gering

Die erbliche Komponente bei Diabetes Typ 1 wird durch genetische Besonderheiten der Abwehrzellen erklärt. Dabei handelt es sich um Merkmale auf der Zelloberfläche – die sogenannten HLA-Faktoren (HLA = Humanes-Leukozyten-Antigen).

Ist die Mutter an Diabetes Typ 1 erkrankt, beträgt das Erkrankungsrisiko für das Kind drei bis fünf Prozent. Etwas höher ist es, wenn der Vater erkrankt ist. Sind beide Eltern an Diabetes Typ 1 erkrankt, steigt das Risiko auf zehn bis 25 Prozent.

Diabetes Typ 2: Erkrankungsrisiko durch Vererbung hoch

Der genetische Einfluss auf das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, wird am Beispiel eineiiger Zwillinge deutlich: Ist ein eineiiger Zwilling von Diabetes Typ 2 betroffen, trägt der andere ein 60- bis 90-prozentiges Risiko, auch daran zu erkranken. Bei zweieiigen Zwillingen beträgt das Risiko 25 bis 40 Prozent. Die Kinder eines Typ-2-Diabetikers erkranken in 25 bis 50 Prozent der Fälle an der Stoffwechselstörung. Allerdings weiß man heute, dass nicht die gentische Veranlagung allein zur Erkrankung führt, sondern dass ganz besonders äußere Einflüsse wie eine ungesunde Lebensführung ausschlaggebend für die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 sind.

MODY-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Auffällig ist die Rolle der Vererbung bei einer speziellen Form von Diabetes Typ 2, die bereits bei Kindern und Jugendlichen vor dem 25. Lebensjahr auftritt: MODY (Maturity Onset Diabetes mellitus in Young people) ist eine seltene, meist aber dominant erbliche Sonderform. Zirka ein bis fünf Prozent der Diabetespatienten in Deutschland sind von MODY betroffen.
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