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Diabetes mellitus und Sexualität



Viele Menschen sind davon betroffen und trotzdem ist es immer noch ein Tabuthema: Diabetes mellitus führt bei vielen Betroffenen zu Problemen beim Sex. Etwa jeder zweite Mann mit Diabetes – das sind mehr als doppelt so viele wie im Bevölkerungsdurchschnitt – leidet an sexuellen Störungen wie Impotenz. Bei Diabetikerinnen ist der Einfluss auf die Sexualität noch wenig erforscht, doch auch bei Frauen mit Diabetes kommt es überdurchschnittlich oft zu sexuellen Störungen.

Geschädigte Nerven können Impotenz verursachen

Durch die Diabeteserkrankung werden die Nerven im Genitalbereich allmählich geschädigt, es kommt zur so genannten autonomen Neuropathie. Bei Männern macht sich diese Neuropathie in einer fortschreitenden Erektionsstörung bis hin zur erektilen Dysfunktion (auch „Impotenz“ genannt) bemerkbar. Bei Frauen mit fortgeschrittenem Diabetes wird durch die Nervenschädigung die Erregungsphase ebenfalls gestört: Lubrikationsstörungen – das mangelnde Feuchtwerden der Schleimhäute – sind doppelt so häufig wie bei Nichtdiabetikerinnen.

Diagnose und Behandlung der erektilen Dysfunktion (Impotenz)

Die erektile Dysfunktion (Impotenz) kann beim Diabetiker außer einer Neuropathie noch weitere Ursachen haben. Neben akuten Problemen durch einen hohen Blutzucker können auch Langzeitfolgen wie Durchblutungsstörungen Einschränkungen beim Sex hervorrufen. Auch Nebenwirkungen von Medikamenten (zum Beispiel Betablocker), Hormonstörungen oder andere Erkrankungen sind mögliche Auslöser für Schwierigkeiten beim Sex. Bei etwa jedem zweiten Diabetiker spielen psychische Probleme eine große Rolle. Zu Beginn der Behandlung sollte ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt stehen, auf das die weitere Diagnosefindung aufbaut.

Mit potenzsteigernden Medikamenten wie Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil kommt bei etwa 60 Prozent der Diabetiker eine Erektion zustande. Allerdings sind bei der Anwendung dieser Substanzen etliche Kontraindikationen zu beachten, die zuvor im Gespräch mit dem Arzt geklärt werden müssen. Vor eigenmächtigem Gebrauch solcher Mittel kann deshalb besonders bei Diabetes nur gewarnt werden. Auch mit anderen Therapieformen bei Erektionsstörungen kann Diabetikern mit Impotenz gut geholfen werden. Auch psychologische Beratung und Psychotherapie haben bei Problemen mit dem Sex einen hohen Stellenwert.

Behandlung von sexuellen Störungen bei Frauen mit Diabetes mellitus

Einschränkungen beim Sex aufgrund von Diabetes mellitus werden bei Frauen den Beschwerden entsprechend behandelt. Mangelndem Feuchtwerden der Schleimhäute kann mit Gleitcremes oder einem verlängerten Vorspiel entgegengewirkt werden. Daneben kann eine bessere Einstellung des Blutzuckers die Schleimhautfunktion und auch die allgemeine Stimmungslage günstig beeinflussen. Bei Diabetikerinnen kommt es, vor allem bei schlechter Blutzuckereinstellung, häufiger zu Scheiden- oder Harnwegsinfektionen. Diese sollten rasch und gründlich behandelt werden. Psychologische Beratung und Psychotherapie sind für Frauen natürlich ebenso sinnvoll wie für Männer..

Wie gehe ich mit sexuellen Problemen in der Partnerschaft um?

Sexuelle Störungen haben häufig einen sehr starken Einfluss auf das Selbstwertgefühl und das allgemeine Wohlbefinden. Zusätzlich entsteht beim Partner oft Unsicherheit und Verwirrung. Neben der Therapie der gestörten Sexualfunktion ist deshalb ein offenes Gespräch der Betroffenen wichtig, in dem sie sich sowohl über die Probleme beim Sex als auch über ihre Gefühle austauschen.
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